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Karriere als Mutter ...

Karriere als Mutter planen

„Mutter sein macht schlau“ heißt ein schon etwas älteres Buch der US-amerikanischen Journalistin und Pulitzer-Preisträgerin Katherine Ellison. Ich blättere jedoch immer wieder gern darin und mag besonders die vielen Beispiele, die belegen, dass es bei der Kindererziehung und im Management viele Parallelen gibt. Die ehemalige US-Außenministerin und Mutter dreier Kinder Madeleine Albright wird zum Beispiel mit der Erkenntnis zitiert, dass das erfolgreiche Streitschlichten im Kinderzimmer ihr diplomatisches Geschick gefördert hat. Die Leiterin einer großen Feuerwache berichtet, dass sie im Beruf ebenso wie zu Hause im Alarmfall blitzschnell reagieren muss. Diese Beobachtungen sind mit Sicherheit richtig und das Gute daran ist: Derartige Lerneffekte stellen sich ganz von allein ein, wenn Mütter sich sowohl für ihre Kinder als auch weiterhin in ihrem Job engagieren.

Was allerdings nicht automatisch funktioniert, ist die Karriereplanung. Mit dieser tun sich viele Mütter schwer, weil sie sich – sehr verständlich übrigens – in erster Linie auf etwas anderes konzentrieren und emotional bewegende Zeiten erleben. Und dennoch sollten sie im Hinblick auf ihren beruflichen Werdegang einen kühlen Kopf und die Übersicht bewahren. Das fängt damit an, dass man trotz aller Vorfreude auf den Nachwuchs bereits vor der Elternzeit an den Wiedereinstieg denkt und mit dem Chef oder der Chefin auch darüber spricht. Dass Frau ganz unmissverständlich klar macht: Ich komme zurück und habe nach wie vor Karriere-Ambitionen. Ebenso wichtig ist es, sich während der Elternzeit immer mal wieder im Büro blicken zu lassen und auch rechtzeitig in die Detail-Verhandlungen um die neue Stelle einzusteigen. Schließlich geht es jetzt um die konkrete Ausgestaltung: Wie viel kann man arbeiten? Wie lässt sich die Kinderbetreuung organisieren und auch: Wie kann mein Ehemann oder Lebenspartner mich unterstützen? Wann wäre vielleicht auch ein Tag im Home-Office hilfreich? Über diese Dinge gilt es zu sprechen, damit der Wiedereinstieg nicht mit Überforderung und Resignation endet. Überlegen Sie sich gut, was sie sich zutrauen und was nicht. Denken Sie aber auch auf keinen Fall zu klein: Führung ist definitiv in Teilzeit möglich und es gibt Modelle wie Jobsharing, die Sie auf jeden Fall mitbedenken sollten.

Generell gilt: Bleiben Sie hartnäckig und lassen Sie sich bei dieser Art Verhandlungen auf keinen Fall einreden, Sie seien als Mutter weniger leistungsfähig. Das ist kompletter Unsinn. Sie haben lediglich weniger Zeit, die Sie aber effektiver nutzen können. Denn auch das wissen Mütter aus eigener Erfahrung: Wer um vier Uhr seine Kinder abholen muss, verschwendet keine Zeit beim Surfen im Internet. Und wer sich nach der Arbeit um Sohn oder Tochter kümmert, wird pragmatischer und neigt weniger zum Grübeln, was ja gerade vielen Frauen das Arbeitsleben unnötig schwer macht.

Und um noch einmal auf das eingangs erwähnte Buch zurückzukommen. In diesem werden auch die positiven Eigenschaften von Eltern (Väter lernen natürlich ebenso viel dazu wie Mütter, wenn sie sich aktiv in die Familie einbringen) aufgezählt, die sie besonders als Führungskräfte qualifizieren. Darunter findet sich neben emotionaler Intelligenz und Organisationstalent auch die Fürsorgebereitschaft. Dabei handelt es sich um eine geistige Haltung, die bei der klassischen Beschreibung von Führungskräften nicht besonders häufig genannt wird. Die aber – in angemessener Ausprägung – sehr wichtig ist, wenn wir uns in den Unternehmen ein menschliches Miteinander bewahren und zu einseitig gelebter Konkurrenz und Burnout vorbeugen wollen.

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