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Schweigen ist Macht!

femalemanagers.de | 10/2015

Wer viele Worte macht, läuft Gefahr, sich um Kopf und Kragen zu reden. Schweigen dagegen kann lauter sein und mehr bewirken als jeder Wortschwall. Nicht umsonst spricht man von „beredtem Schweigen“. Diese Taktik können Sie sich zunutze machen. Denn eine Frau, die Einwände und Argumente schweigend an sich abprallen lässt und nicht zurückweicht, so eine Frau irritiert, beeindruckt und wird respektiert.

Wer schweigt, hat die Macht. Das Gegenüber, das eigentlich erwartet hatte, dass man etwas sagt, wird sich automatisch fragen, warum man sich in Schweigen hüllt. Da solche Gesprächspausen und die damit verbundene Unsicherheit nur schwer zu ertragen sind, wird der andere versuchen, das Schweigen so schnell wie möglich zu brechen, indem er etwa Zugeständnisse macht, die er sonst nicht gemacht hätte.

Beispiel Gehaltsverhandlung

Denken Sie etwa an eine Gehaltsverhandlung: Der Vorgesetzte versucht, mit allen Mitteln gegen eine Erhöhung zu argumentieren. Er versucht es sogar mit einem Appell ans schlechte Gewissen. "Frau XY, was Sie fordern, ist bei der derzeitigen Marktlage einfach nicht drin. Warum bringen Sie mich denn jetzt so in die Bredouille?" Garniert mit effektvollem Seufzer und Dackelblick ist das ein Kommunikationstrick, der bei Frauen leider sehr oft zündet. Doch angenommen, die Frau quittiert dieses Verhalten mit entspanntem Schweigen. Sie lässt sich einfach gar nicht darauf ein, straft das schwache Argument des Chefs mit Nichtbeachtung und behält so die Oberhand. Nicht unwahrscheinlich, dass der Vorgesetzte dann doch noch einknickt.

Überzeugendes Schweigen

Gerade Männer lassen sich gern durch Schweigen überzeugen. Denn auf viele Worte reagieren sie eher, indem sie abschalten und einfach nicht mehr zuhören. Die größte sprachliche Gewandtheit hilft da wenig. Wer dagegen einfach mal den Mund hält und abwartet, kann oft Erstaunliches erleben.

Ein prägnantes Beispiel für die Wirksamkeit des Schweigens hat die Investmentbankerin Angela Hornberg von der Deutschen Bank erlebt: Eine Rednerin wurde immer wieder durch Zwischenbemerkungen von einem der Anwesenden gestört. Um die Attacken abzuwehren, setzte sie auf folgende Strategie: Sie stoppte ihren Vortrag, wartete einige Sekunden und wendete sich dann dem Störer zu. Sie schaute ihm in die Augen und hielt den Blick und die Pause einen Moment lang aus. Dann wendete sie sich wieder dem wichtigsten Menschen im Raum zu und setzte ihre Rede fort. So als ob nichts gewesen wäre. Auf diese Weise hatte sie den Störer in seine Schranken gewiesen. Er wagte es nicht, ihr noch mal ins Wort zu fallen.

Handeln statt Reden

Handeln statt Reden: Das ist etwas, was Frauen sich bei Männern abschauen können. Diese kommen dann mit ihren männlichen Tricks nicht mehr gegen Sie an. Vielleicht üben Sie erst einmal zu Hause mit einer Freundin, das Schweigen auszuhalten. Das ist nämlich gar nicht so einfach, wenn man es nicht gewohnt ist. Aber wenn Sie sich trauen, kann es ein echtes Ass im Ärmel sein. Denn nichts zu sagen, ist alles andere als nichtssagend.

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