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Vom Klüngeln und Säbelrasseln

Spitzenfrauen-BW | 15.06.2015

Geht es um die Frage, warum Frauen sich in den oberen Führungsetagen schwer tun, wird zunehmend ihre mangelnde Vernetzung in der Arbeitswelt genannt – und das zu Recht. Während Frauen Meister darin sind, im familiären Bereich zu „klüngeln“, also zum Beispiel Mitfahrgelegenheiten für die Kinder oder Familienfeste zu organisieren, fehlt ihnen diese Gabe oftmals im Job. Das zeigt auch eine Studie des Online-Karrierenetzwerks Xing: Frauen sind hier schlechter vernetzt und weniger aktiv. Sie haben weniger Kontakte und loggen sich seltener ein. Knapp 70 Prozent der Premium-Mitglieder hingegen sind männlich, das heißt: Sie nutzen das Netzwerk wesentlich aktiver. Hinzu kommt: Frauen vernetzen sich eher mit Frauen auf gleicher Karrierestufe, während Männer sich bevorzugt mit Mitgliedern verknüpfen, die auf einem höherem Karrierelevel stehen als sie selbst. Auch weisen die Netzwerke von Frauen deutlich mehr Kontakte aus der eigenen Firma auf, während Männer ihre Kontakte breiter streuen. Kurz gesagt: Die Netzwerke von Männern sind deutlich karriereförderlicher.

Frauen haben also Nachholbedarf und sollten sich aktiv daran machen, Kontakte zu knüpfen und zu pflegen – gern auch in den oberen Etagen der Unternehmen. Dazu gehört selbstverständlich ein gesundes Selbstbewusstsein. Aber dieses benötigen Sie ohnehin, um das notwendige Selbstmarketing zu betreiben. Denn ohne für sich selbst zu trommeln, werden Sie im Job nicht weiterkommen. Es ist einfach so: Nur wer auf sich aufmerksam macht, wird auch als Kandidat für einen guten Posten gesehen.

Also: Seien Sie stolz auf Ihre Leistungen und zeigen Ihre Freude und Begeisterung für die Arbeit auch nach außen. Erzählen Sie den Kollegen und Kolleginnen ruhig: „Ich habe es geschafft, diesen großen Kunden für uns zu gewinnen. Ich bin total happy!“ Lernen Sie ganz offen zu sagen: „Ja! Ich möchte diese Aufgabe übernehmen. Ja! Ich bin die richtige für dieses Projekt!“ Und wenn Sie jemand fragt, ob Sie einen Job machen wollen, dann bitte fragen Sie nie: „Trauen Sie mir das denn auch zu?“ Denn hinter dieser Frage steht das Eingeständnis: „Ich selbst bin mir da nicht so sicher“. Befördert wird jedoch nur, wer fest daran glaubt, dass er es auch verdient hat.

Und – hier treffen sich Networking und Selbstmarketing schon wieder Hand in Hand: Streuen Sie auch in ihrem Netzwerk Informationen darüber, was Sie können und welche Ziele Sie verfolgen. Das ist gut fürs Image und darüber hinaus die Basis für nützliche Synergieeffekte. Denn nur wenn die anderen wissen, was Sie vorhaben, können sie Sie auch unterstützen.

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