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Von wegen schnöder Mammon

Spitzenfrauen-BW | 18.06.2015

Inzwischen ist ja hinlänglich bekannt, dass Frauen im Schnitt sieben Prozent weniger verdienen als Männer, ohne dass sich dies auf Faktoren wie die Berufswahl oder Erziehungspausen zurückführen ließe. Leider sind auch die Frauen selbst für diesen Lohnunterschied verantwortlich. Ihre Einstellung ist oft: Wieso soll ich mich mit Gehaltsgesprächen abquälen? Geld ist doch nicht so wichtig. Hauptsache, meine Arbeit macht mir Spaß.

Da frage ich mich: Wieso wollen wir eigentlich nicht beides – Geld und Erfüllung im Beruf? Männer denken gar nicht daran, sich nur für eine Seite zu entscheiden, denn sie wissen, was ihre Leistung wert ist. Frauen sind sich da weitaus unsicherer. Sie befürchten, zu forsch rüber zu kommen und sich unbeliebt zu machen, wenn sie mehr Gehalt für sich fordern. Eine neue Studie macht in dieser Hinsicht Mut: Zwei Frankfurter Wissenschaftlerinnen haben mit Hilfe von Schauspielern untersucht, welche Verhandlungsmethoden von Frauen und Männern bei den Chefs am besten ankommen: sachlich und zurückhaltend oder selbstbewusst fordernd. Die meisten Vorgesetzten entschieden sich für die resolut auftretende Frau. Sie fand sogar mehr Zustimmung als der ebenso forsche Mann. Das bedeutet: Frauen haben es inzwischen offenbar leichter, ihre finanziellen Vorstellungen durchzusetzen.

Wenn Sie trotzdem nur ungern in Gehaltsgespräche gehen (und seien wir mal ehrlich: Wer tut das schon gerne?), denken Sie die Sache doch mal zu Ende: Angenommen, Sie geraten wirklich an einen Vorgesetzten, der es unpassend und unsympathisch findet, wenn Frauen ihre Forderungen deutlich machen. Dann werden Sie vielleicht ohne Gehaltserhöhung aus dem Gespräch kommen. Aber wenn Sie es gar nicht erst versuchen, werden Sie auf jeden Fall leer ausgehen. Von selbst kommt nämlich niemand auf Sie zu, um Ihnen mehr Geld anzubieten. Darum rate ich Ihnen: Trauen Sie sich! Bitten Sie um einen Termin und finden Sie gute Argumente für Ihre Gehaltsvorstellungen. Und wenn es beim ersten Versuch nicht klappt, dann bleiben Sie am Ball: Fragen Sie, was man Ihnen statt einer Gehaltserhöhung anbieten kann. Und kündigen Sie an, dass Sie in einem halben Jahr noch mal darauf zurück kommen werden. So weiß Ihr Chef, dass er mit Ihnen rechnen muss. Und: Dass er mit Ihnen rechnen kann! Denn wer selbstbewusst und mit guten Argumenten für seine eigenen Interessen eintritt, der wird die Firma ebenso gut vertreten können.

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