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Warum Frauen und Finanzen Freunde werden müssen

„Frauen, kauft Aktien statt Klamotten“, titelte der Kölner Express vor kurzem. Zitiert wird mit diesem Satz nicht etwa die Facebook-Chefin Sheryl Sandberg oder Alice Schwarzer, sondern – Birgit Schrowange. Ja, richtig: die Fernsehmoderatorin, die sich in der Zeitung dazu bekennt, morgens als erstes die DAX-Nachrichten zu lesen. Man könnte meinen, dass das Thema „Frauen und Finanzen“ damit endgültig im Mainstream angekommen ist. Sogar das Anlegermagazin „Focus Money“ kommt jetzt mit einem eigenen Magazin für Leserinnen auf den Markt. Ob da wirklich „garantiert einfach, garantiert verständlich“ auf dem Titel stehen muss, um die Zielgruppe abzuholen, sei mal dahingestellt.

Es ist ja nicht mangelndem Intellekt geschuldet, dass viele Frauen sich nicht gerne mit dem schnöden Mammon beschäftigen. Vielmehr finden sich Geld und Finanzen in den Top Ten der weiblichen Interessen immer noch auf gleicher Höhe mit Eishockey oder Maschinenbau. Ganz weit unten also. Während es jedoch unproblematisch ist, dass sich die meisten Frauen nicht für Eishockey erwärmen, ist es bei Maschinenbau schon ein bisschen schlimmer, denn immerhin verbauen sie sich mit ihrem Desinteresse sehr gute Karrierechancen. Im Hinblick auf Finanzen aber ist die weibliche Ignoranz ein echtes Drama!

Denn das Risiko für Altersarmut steigt besonders bei der weiblichen Bevölkerung. Die durchschnittliche Rente von Frauen beträgt hierzulande nur 688 Euro im Monat. Grund dafür ist, dass es auch im Jahre 2019 immer noch hauptsächlich Frauen sind, die Angehörige pflegen oder wegen ihrer Kinder in Teilzeit gehen. Somit haben sie die allerbesten Aussichten, im Alter zu verarmen und müssten sich eigentlich ganz dringend mit ihren Finanzen beschäftigen. Frauen sind sich dessen auch durchaus bewusst, doch noch immer schieben sie das Thema weit von sich weg – bevorzugt in Richtung ihrer Partner.

Das hat auch mit Berührungsängsten zu tun, die meist aus der frühen Kindheit stammen. Denn Mädchen wird gerne vermittelt, sie könnten nicht so gut rechnen wie Jungs und darum auch schlechter mit Geld umgehen. Wäre es da nicht klüger, wir würden Kindern schon in der Schule beibringen, was es mit Riester-Rente, Aktienfonds und Inflation auf sich hat? Es könnte helfen, auch Mädchen mit dieser Thematik vertraut zu machen und ihre Zurückhaltung abzubauen. Womöglich würden sie dann nicht länger die Verantwortung für ihre Finanzen den Männern überlassen – und wir würden irgendwann sogar mehr Frauen in DAX-Vorständen sehen.

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